Geschichte

Die politische Gemeinde Künten besteht aus den beiden Dörfern Künten und Sulz. Sie liegt auf einer Anhöhe am Westfusse des Heiterberges und zieht sich hinunter an die Reuss. Künten ist 5 km von Bremgarten und 13 km von Baden entfernt. Nach verschiedenen Anläufen erfolgte 1973 der Zusammenschluss der beiden selbständigen Gemeinden Künten und Sulz. Der Name der Gesamtgemeinde wird gemäss Regierungsratsbeschluss amtlich nur noch in "Künten" gehalten.

Sulzo und Chünten sind erstmals um 1160 in den "Acta Murensis" als Besitz des Klosters Muri erwähnt. Aufgefundene Reste wie Münzen, Scherben, Bronze- und Eisengeräte einer Römersiedlung und ein Grabhügel auf der Lebern bei Sulz zeugen aber von einer viel früheren Besiedlung. Im 13. Jahrhundert sind die beiden Dörfer auch unter den Namen "Chuntina und Sulzo" und später als "Kuintenach" aufgeführt.

Am 10. Juni 1866, nachmittags um drei Uhr, erlebte Künten eine schreckliche Feuersbrunst. 14 Gebäude, die meisten mit Stroh bedeckt, brannten bis auf den Grund nieder. Die Löscharbeiten konnten mit den damaligen einfachen Mitteln wegen der grossen Hitze gar nicht ausgeführt werden. Oft brachte auch der Dorfbach Unheil über das Dorf, bis man sich 1931 zur Korrektur entschloss.

Folgende Geschlechter haben sich mindestens seit 1800 in der Gemeinde erhalten: Gehrig, Hafner, Kohler, Schürmann, Staubli, Steger, Stenz, Wendel, Wettstein und Zimmermann. Das Hauptgeschlecht ist jedoch seit jeher das der Meier.

Bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts war Künten ein reines Bauerndorf. Wohl gab es einige Kleinhandwerker wie Wagner, Schneider, Küfer, Schmied, Schuhmacher usw., die konnten aber ihren Beruf mangels eigener Werkstätte nur als Nebenerwerb oder auf der "Stör" ausüben. 1876 gründeten die beiden Unternehmer Egloff und Trost eine Blechwarenfabrik. Nach bescheidenen Anfängen und nach dem Eintritt von Johann Baptist Birchmeier entwickelte sich das Geschäft zu der renommierten Firma Birchmeier & Co. AG, welche 1997 ihren Sitz nach Stetten verlegte. Sie stellte hauptsächlich Spritzen für den Pflanzenschutz und Hochdruckreinigungsmaschinen her. Aus ebenfalls bescheidenen Anfängen hat sich der "Bienen-Meier" zur führenden Firma von Bienenzuchtartikeln emporgearbeitet. Ursprünglich ein reiner Familienbetrieb beschäftigt die Taracell heute ca. 100 Mitarbeiter und ist seit 1955 auch in der Herstellung von Schaumstoffverpackungen an vorderster Front anzutreffen. Schreinereien, Autoreparaturwerkstätten, Malergeschäfte sowie diverse andere Geschäfte stellen zusätzliche Arbeitsplätze zur Verfügung.

Mit dem Aufkommen der Industrie wandelte sich auch das Dorfbild. Viele Einfamilienhäuser wurden gebaut und Wohnblöcke sind entstanden. Im Bauerndorf von einst wohnen jetzt mehrheitlich Leute, die in der hiesigen Industrie oder in der näheren und weiteren Umgebung ihr Auskommen finden. Es sind heute noch 8 Bauern hauptberuflich in der Landwirtschaft tätig. Mit dieser Entwicklung musste auch die Infrastruktur erweitert werden. So wurde im Jahre 1973 zusammen mit der Gemeinde Bellikon die Abwasserreinigungsanlage gebaut. Das Mehrzweckgebäude mit 8 Wohnungen konnte 1978 bezogen werden. Heute befindet sich dort die Gemeindeverwaltung sowie das Bauamt. 1981/1982 erfolgte der Umbau des alten Gemeindehauses im Ortskern. 1994 wurde der Ausbau und die Modernisierung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) fertiggestellt. Noch im selben Jahr konnte auch der Kommandoposten mit Bereitstellungsanlage für den Zivilschutz Künten-Bellikon in Betrieb genommen werden.

Die Schulanlage, welche 1960 eingeweiht, 1974 um ein Stockwerk und im Jahr 1995 aufgrund der steigenden Schülerzahl mit einem Pavillon mit 4 Schulzimmern für die Oberstufe erweitert wurde, befindet sich an der schönsten und ruhigsten Lage von Künten. Von diesem Punkt geniesst man eine herrliche Sicht auf das schöne Reusstal, die Innerschweizer- und Berneralpen bis zum Jura. Im Jahr 2002 wurde das Schulhaus einer kompletten Innen- und Aussenrenovation sowie Erweiterung unterzogen. Im Juni 2003 wurde das umgestaltete Gebäude mit einer Einweihungsfeier und einem Jugendfest eingeweiht. Zwei Jahre später wurde die sanierungsbedürftige Turnhalle ebenfalls saniert und erweitert. Die neue Mehrzweckhalle konnte mit einem tollen Fest unter dem  Motto "Chünte bewegt" am 30. Juni 2006 eingeweiht werden.

Dem Ausbau der Kantonsstrasse K 271 ging eine lange Planungsphase voraus. Bereits im Jahr 1965 wurden die ersten Entwürfe erstellt. Diesem folgten über mehrere Jahre verschiedene Varianten. Im Oktober 1980 wurde schliesslich an einer ausserordentlichen Gemeindeversmmlung die Zustimmung zur geplanten Umfahrungsstrasse erteilt. Im Februar 1986 wurde die Gemeinde Künten jedoch durch den Regierungsrat informiert, dass auf den Bau einer Umfahrungsstrasse verzichtet wird und stattdessen ein reduzierter Innerortsausbau zu planen sei. Im Novmeber 1988 haben die Stimmbürger einen Kredit über CHF 1'752'600.00 (Anteil Gemeinde) für den Innerortsausbau bewilligt. Nachdem alle Einsprachen und Landerwerbsverhandlungen erledigt waren konnte im Januar 1999 endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nach gut zwei Jahren wurden die Arbeiten im August 2001 abgeschlossen. Am 24. und 25. August 2001 wurde die neue Strasse gebührend eingeweiht. Im Jahr 2008 wurde durch die Erstellung des Radweges von Künten nach Busslingen eine Einfahrtsbremse in Künten notwendig. Die Gemeindeversammlung hat der Erstellung eines Kreisels zugestimmt. Der Kreisel wurde mitsamt der Biene als Kreiselschmuck im Jahr 2009 fertig gestellt und durfte am 48-Stunden-Fest vom 28. bis 30. Mai 2010 eingeweiht werden.  

 

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Gespalten von Weiss mit getatztem rotem Hochkreuz und von Rot mit weissem Schrägfluss.» Dieses Wappenmotiv war auf den Gemeindesiegeln von 1827 und 1872 abgebildet; die Spaltungslinie war zusätzlich mit einem Rebstock belegt, den man nach 1915 wegliess. Das Kreuz erinnert an das einst ausserhalb des Dorfes Künten stehende, nach alter Überlieferung wundertätige Kreuz, an dessen Stelle im 18. Jahrhundert die Kapelle, die Vorgängerin der späteren Pfarrkirche, errichtet wurde. Der Fluss symbolisiert die Reuss.