Geschichtliches
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Wie hat Künten vor über 100 Jahren ausgesehen?

Fahren Sie mit der Maus über die Fotos und Sie erhalten Sie einen kleinen aber imposanten Eindruck!

Ansicht Künten einst und jetzt
1929 das letzte Haus mit Strohdach
Die politische Gemeinde Künten besteht aus den beiden Dörfern Künten und Sulz. Sie liegt auf einer Anhöhe am Westfusse des Heiterberges und zieht sich hinunter an die Reuss. Künten ist 5 km von Bremgarten und 13 km von Baden entfernt. Nach verschiedenen Anläufen erfolgte 1973 der Zusammenschluss der beiden selbständigen Gemeinden Künten und Sulz. Der Name der Gesamtgemeinde wird gemäss Regierungsratsbeschluss amtlich nur noch in "Künten" gehalten.

Sulzo und Chünten sind erstmals um 1160 in den "Acta Murensis" als Besitz des Klosters Muri erwähnt. Aufgefundene Reste wie Münzen, Scherben, Bronze- und Eisengeräte einer Römersiedlung und ein Grabhügel auf der Lebern bei Sulz zeugen aber von einer viel früheren Besiedlung. Im 13. Jahrhundert sind die beiden Dörfer auch unter den Namen "Chuntina und Sulzo" und später als "Kuintenach" aufgeführt.

Am 10. Juni 1866, nachmittags um drei Uhr, erlebte Künten eine schreckliche Feuersbrunst. 14 Gebäude, die meisten mit Stroh bedeckt, brannten bis auf den Grund nieder. Die Löscharbeiten konnten mit den damaligen einfachen Mitteln wegen der grossen Hitze gar nicht ausgeführt werden.  Oft brachte auch der Dorfbach Unheil über das Dorf, bis man sich 1931 zur Korrektur entschloss.

Folgende Geschlechter haben sich mindestens seit 1800 in der Gemeinde erhalten: Gehrig, Hafner, Kohler, Schürmann, Staubli, Steger, Stenz, Wendel, Wettstein und Zimmermann. Das Hauptgeschlecht ist jedoch seit jeher das der Meier.

Bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts war Künten ein reines Bauerndorf. Wohl gab es einige Kleinhandwerker wie Wagner, Schneider, Küfer, Schmied, Schuhmacher usw., die konnten aber ihren Beruf mangels eigener Werkstätte nur als Nebenerwerb oder auf der "Stör" ausüben. 1876 gründeten die beiden Unternehmer Egloff und Trost eine Blechwarenfabrik. Nach bescheidenen Anfängen und nach dem Eintritt von Johann Baptist Birchmeier entwickelte sich das Geschäft zu der renommierten Firma Birchmeier & Co. AG, welche 1997 ihren Sitz nach Stetten verlegte. Sie stellte hauptsächlich Spritzen für den Pflanzenschutz und Hochdruckreinigungsmaschinen her. aus ebenfalls bescheidenen Anfängen hat sich der "Bienen-Meier" zur führenden Firma von Bienenzuchtartikeln emporgearbeitet. Ursprünglich ein reiner Familienbetrieb beschäftigt die Taracell heute ca. 100 Mitarbeiter und ist seit 1955 auch in der Herstellung von Schaumstoffverpackungen an vorderster Front anzutreffen. Schreinereien, Autoreparaturwerkstätten, Malergeschäfte sowie dieverse andere Geschäfte stellen zusätzliche Arbeitsplätze zur Verfügung.

Mit dem Aufkommen der Industrie wandelte sich auch das Dorfbild. Viele Einfamilienhäuser wurden gebaut und Wohnblöcke sind entstanden. Im Bauerndorf von einst wohnen jetzt mehrheitlich Leute, die in der hiesigen Industrie oder in der näheren und weiteren Umgebung ihr Auskommen finden. Es sind heute noch 8 Bauern hauptberuflich in der Landwirtschaft tätig. Mit diese Entwicklung musste auch die Infrastruktur erweitert werden. So wurde im Jahre 1973 zusammen mit der Gemeinde Bellikon die Abwasserreinigungsanlage gebaut. Das Mehrzweckgebäude mit 8 Wohnungen konnte 1978 bezogen werden. Heute ist dort neben der Feuerwehr auch das Bauamt zu finden. 1981/1982 erfolgte der Umbau des alten Gemeindehauses im Ortskern. 1994 wurde der Ausbau und die Modernisierung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) fertiggestellt. Noch im selben Jahr konnte auch der Kommandoposten mit Bereitstellungsanlage für den Zivilschutz Künten-Bellikon in Betrieb genommen werden.

Die Schulanlage, welche 1960 eingeweiht, 1974 um ein Stockwerk und im Jahr 1995 aufgrund der steigenden Schülerzahl mit einem Pavillon mit 4 Schulzimmern für die Oberstufe erweitert wurde, befindet sich an der schönsten und ruhigsten Lage von Künten. Von diesem Punkt geniesst man eine herrliche Sicht auf das schöne Reusstal, die Innerschweizer- und Berneralpen bis zum Jura. An der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2001 wurde ein Projektierungskredit von Fr. 105'000.- für die Sanierung des Schulhauses Mühlematt inkl. Planung von Gruppenräumen genehmigt. Vorgesehen war die komplette Innen- und Aussenrenovation des Schulhauses, welche im Juni 2003 mit einer Einweihungsfeier und einem Jugendfest erfolgreich abgeschlossen wurde.

Seit 1984 besteht mit der Nachbargemeinde Stetten ein Vertrag über eine gemeinsame Schulkoordination. Somit führt die Gemeinde Künten alle Abteilungen der Sekundarschule, die Gemeinde Stetten alle Abteilungen der Realschule. Die Bezirksschule kann in Bremgarten absolviert werden. Nebst diesem Angebot können die "jüngeren" Einwohner Küntens die Primarschule 1. - 5. Klasse sowie die fünf- und sechsjährigen den Kindergarten besuchen, welcher im Jahre 1992 erstellt worden ist.